Dedikationseinbände des AEB

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Dedikationseinbände des AEB 2014
 
Dedikationsband 2014 (Nürnberg) von Claudia Dettlaff (Leipzig)
zur Einband-Forschung Heft 33, September 2013

Claudia Dettlaff, Jahrgang 1972, 1992 Gesellenprüfung und seit 1998 Meisterin, wuchs in dieser vertrauten, familiären Atmosphäre in den Buchbinder-Beruf hinein. Bei den Meisterkursen am Stuttgarter Buchbinder-Colleg lernte sie in den neunziger Jahren als Lehrer und Vorbilder August Kulche, Bruder Edgar Claes und Rebecca Picht kennen, bei denen sie nicht nur die selten gewordene Kunst des Handvergoldens (Rebecca Picht), den Umgang mit Plexiglas (Edgar Claes) und Airbrush-Dekor auf Kalblederbänden (August Kulche) kennenlernte, sondern sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst wurde.
Gleichzeitig entstand durch ihre Lehrer der Kontakt zur Internationalen Vereinigung der Meister der Einbandkunst (MDE). Claudia Dettlaff gehörte zu den jungen Buchbindern in Deutschland, die die Initiative ergriffen und mittlerweile dem MDE ein neues Leben eingehaucht haben.  Als Vorstandsmitglied des MDE ist sie selbst unmittelbar in diese Aktivitäten einbezogen, wie u.a. das Einbandprojekt des MDE auf der letzten Norddeutschen Handpressenmesse im Januar 2014 bewies.

Zum Dedikationseinband:

Ausschlaggebend für ihre Auseinandersetzung mit der besonderen Aufgabenstellung und ihrer positiven gestalterischen Zustimmung war der Beitrag von Margret Jaschke und Robert Stähle über „Armenische Einbände“ im Heft 33 der „Einband-Forschung“, das als Dedikationsband gebunden werden sollte.  Die Entdeckung dieser bis heute weitgehend unbekannten Einbände zu  armenischen Handschriften aus der Zeit vom 5. bis  zum 18. Jahrhundert  hatte bereits auf der AEB Tagung in Speyer 2013 großes Interesse und sowohl technische wie gestalterische Fragen ausgelöst.
Ganz im Gegensatz zu ihrer sonstigen Entscheidung für leuchtende Farben, entschied sich  Claudia Dettlaff diesmal, entsprechend der Farben der historischen Einbände aus Armenien, deren dunkle Leder und metallischen Beschläge in zurückhaltend braun-grausilberner Farbe überliefert sind, für eine sehr dezente, zugleich äußerst ästhetische Farbwahl der Bezugspapiere. Dabei ist eine direkte Bezugnahme auf die zum Teil grobe Wirkung des historischen Materials (Leder, Metall, Silber) nicht beabsichtigt, wohl aber eine ästhetische, farbliche  Abstimmung des Papiers bis hin zu dessen Auswahl für Vorsatz und Schatulle. So treffen sich in der geometrischen Flächenaufteilung des Vorder- und Hinterdeckels historische Gegebenheiten mit moderner Gestaltungsform. Das wird im Mittelteil der Deckel durch eine weitere Hervorhebung von kleineren Flächen und deren Punktierung nochmals unterstrichen. Als ob es sich um Beschläge und deren Punktierung (Nagelung) handeln würde.

Auszug aus: 
Helma Schaefer: Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Zum Dedikationsband für die Nürnberger Stadtbibliothek

In: Einband-Forschung Heft 35, Oktober 2014, S. 4-7.



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