Dedikationseinbände des AEB

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Dedikationsband 2006 (München) von Max Krauss (Wien)
zur Einband-Forschung Heft 18, April 2006

Der Handeinband zum Heft 18 der Zeitschrift „Einbandforschung“, herausgegeben im Jahre 2006 vom Arbeitskreis für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung Historischer Bucheinbände (AEB), wurde von Max Krauss ( geb. 1959), einem Mitarbeiter und Restaurator der Österreichischen Nationalbibliothek geschaffen. Da dieser Handeinband aus Anlass der 11. Tagung des AEB an der Bayerischen Staatsbibliothek in München in Auftrag gegeben worden ist, lag es nahe, unabhängig vom unmittelbaren Inhalt der  Zeitschrift die Bibliothek als Sammlungs-, Aufbewahrungs- und Erschließungsstätte von Bucheinbänden anzusprechen.
Max Krauss erlernte das Buchbinderhandwerk in Deutschland und verband damit zugleich buchkünstlerische Absichten. Diese vervollkommnete er u. a. durch Arbeits- und Studienaufenthalte bei Christian Zwang in Hamburg 1984/85 und 2001/2002 während zweier Semester im Fachgebiet Konzeptkunst Buch an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle bei Frau Prof. Mechthild Lobisch.
Max Krauss hat seinen Handeinband zur Zeitschrift “Einbandforschung“ mit einem Schuber in grau-blauem Büttenbezug schützend umkleidet und damit dem relativ dünnen Zeitschriftenbuchblock  von 60 Seiten die notwendige Stärke und Festigkeit verliehen, die verhindert, dass dieser Handeinband von gewichtigeren Bänden in den Hintergrund geschoben werden kann.
Die Vorstellung eines Bibliotheksmagazins mit einer geregelten Aufstellung des Buchbestandes liegt sowohl der gestalterischen Idee des Hintergrundes wie vor allem des Vordergrundes der beiden Einbanddeckel zugrunde. Die gliedernde Absicht wird durch verschieden farbige, aufgeklebte Rechtecke umgesetzt, wobei  die größeren Formate wie in einem Bibliotheksmagazin ganz unten untergebracht werden und die kleineren oben. Bei der Gestaltung der Ecken mit aufgeklebten grauen Rechtecken mit symbolhaften Strichen, die eventuell auch Buchrücken sein könnten, hat Max Krauss sich an ein historisches Gestaltungsschema für die Deckelflächen angelehnt. Abweichend davon erscheint links oben auf einer größeren Eckfläche das Titelschild für den Einband. Der schmale Pergamentrücken des Halbbandes wäre dafür nicht geeignet gewesen. Die Farbigkeit der rechteckigen Gestaltungsteile auf Vorder- und Hinterdeckel, die der Betrachter mit der Vielfalt historischer Buchrücken assoziiert, wird beim Aufschlagen des Einbandes durch das blau-graue Bütten des Vorsatzes beruhigt und lenkt nun die Erwartungen auf den Inhalt des Zeitschriftenheftes.
Der Handeinband von Max Krauss will den Liebhaber historischer und moderner künstlerischer Bucheinbände einstimmen und hinlenken auf die Vielfalt, die es in den Beständen der Bibliotheken wie der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und der Bayerischen Staatsbibliothek in München zu entdecken und zu erforschen gibt.

Auszug aus:
Schaefer, Helma: Dedikationseinband zum Heft 18/April 2006 von Max Krauss, Wien in: Einband-Forschung Heft 19/Oktober 2006 S. 4-6

 

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